Franziskanisches Berufungsjahr 2022/23

Meine Berufung im Leben finden - in einer Gruppe Gleichgesinnter, mit Impulsen und Begleitung: Dazu laden die verschiedenen Orden im Geist des Heiligen Franz von Assisi Junge Erwachsene ein. Was sich hinter dem Franziskanischen Berufungsjahr verbirgt, schreibt die Koodinatorin Sr. Gertraud J. Harb:

Berufung – das hat mit einem „Ruf“ zu tun. In Wirklichkeit steckt dahinter die Frage, wo mich Gott mit meinem Leben haben will. Das ist nicht nur etwas für Priester oder Ordensleute, es ist etwas, was einen Menschen lockt und zieht bis man „seine Art zu leben“ oder „seinen Platz“ gefunden hat. Es kann zu einem tiefen Schatz werden sich selbst besser kennenzulernen, Gott im eigenen Leben nachzuspüren und der eigenen Sehnsucht Raum zu geben.

Franz und Klara von Assisi waren zwei Menschen, die intensiv nach Gott gesucht haben und einiges von ihrer Suche gibt uns Impulse, wie es vielleicht gehen kann. Das „Franziskanische Berufungsjahr“ ist eine Möglichkeit durch den Austausch und verschiedene Impulse mit Gott wieder neu oder anders in Kontakt zu kommen. Man gönnt sich selbst die Zeit und stellt Fragen für eine möglicherweise neue oder andere Zukunft. Wo die Sehnsucht hingeht, ist offen: Vielleicht geht es in Richtung Ehe, vielleicht auch zu einer Form des geweihten Lebens oder womöglich zu einem Leben als Single. Das Ziel ist es jedenfalls, am Ende Schritte zu wagen und aus einer gewissen Unentschiedenheit herauszukommen.

Alles beginnt mit einem „online-Schnupperabend“ bei dem man die Gruppe und das Team kennenlernt. Danach erst entscheiden die einzelnen, ob sie verbindlich an den folgenden fünf Treffen teilnehmen wollen. Die ersten drei davon dauern jeweils von Samstagmorgen (9.30 Uhr) bis Sonntagmittag. Dann folgen dreitägige Schweigeexerzitien und schließlich ein Abschlusswochenende, das von Freitagabend bis Sonntagmittag geht. Der Ort ist jedes Mal ein anderes Kloster. Der Preis ist leistbar und dient lediglich zur Deckung der Unkosten.

DIGITAL CAMERA                 Ein Team franziskanischer Ordensschwestern und Ordensbrüder trägt und gestaltet das „Berufungsjahr“. Die großen Themen sind: Der Blick auf die eigenen Wurzeln, der Blick auf Gott und sein Wirken im eigenen Leben, aber auch das Hineinwachsen ins Gebet und die existentielle Lektüre der Bibel. Auch geht es um die Unterscheidung zwischen Chancen, die es zu ergreifen gilt, und Versuchungen, denen zu widersprechen ist, und noch vieles mehr. Bei all dem ist die franziskanische Spiritualität eine wichtige Quelle, aber auch ignatianische Methoden des Hörens auf Gott kommen zum Zug. Welche Lebensform die Teilnehmer:innen später auch einschlagen werden – sie sollen vom Gelernten profitieren! Besonders schön ist die Erfahrung in der Gruppe. Man trifft andere junge Menschen, die suchen und es mit Gott ernst meinen und begleitet und unterstützt sich gegenseitig.

Wenn du dich auf diesen Weg machen willst, dann schau einfach mal auf die Homepage: https://www.berufungsjahr.at. Hier gibt es noch mehr Infos und auch Kontaktdaten zur Anmeldung.


Erfahrungsberichte aus den letzten Jahren:

Christa Gusner:

Wir haben uns auf den Weg gemacht. Es wurde eine spannende Reise hin zu Gott, hin zu uns selbst – näher zu dem, was Gott uns zugedacht hat. Einige haben ein Ziel gefunden. Wir alle haben einen Weg gefunden. Einen Weg, den ich gehen kann.

Br. Sebastian Chavez:

Ich entschied mich für die Teilnahme am Berufungsjahr 2016/2017, da ich mich schon in einem Berufungsprozess befand. Zuvor hatte ich mich für den Weg in den Franziskanerorden entschieden und nun sollte mir das Berufungsjahr helfen, meinen Weg etwas näher zu prüfen und zu vertiefen. Was mir besonders gut gefallen und geholfen hat damals war die Vielfalt der Teilnehmenden, ihre Motivationen und Überlegungen, wo sie unterwegs waren, wie sie sich auf den gemeinsamen Weg eingelassen haben und wie sehr es mich bereichert hat. Auch die verschiedenen Orte, an denen wir uns im Laufe des Jahres getroffen haben, haben eine wichtige Rolle gespielt, um andere Perspektiven kennenzulernen!

Melanie Berger:

Das Berufungsjahr war für mich eine große Bereicherung: Zeit für mich und für Gott. Das Leben des Hl. Franz von Assisi und der Hl. Chiara als Inspiration für das eigene Glaubensleben kennenlernen, sich austauschen, von Menschen begleitet, die mit beiden Beinen im Leben stehen – es war eine tolle Erfahrung. Für mich war es die perfekte spirituelle Begleitung in meinem Sabbatical (Auszeitjahr).

Sr. Sabine Grangl:

Wozu bin ich berufen? Welche Sehnsucht hat Gott mir ins Herz gelegt? Das Berufungsjahr war für mich eine echte Hilfe, meiner Sehnsucht im Herzen auf die Schliche zu kommen. Dafür bin ich sehr dankbar!


Weitere Angebot für Junge Erwachsene, die eigene Lebensplanung im Licht der Gottesbeziehung zu klären und unterschiedliche Orden kennen zu lernen, findest du hier auf der Quo vadis?- Website.

Die Berufungsgeschichte von Sr. Gertraud findet ihr übrigens hier.