Als Ordensmann wirksam

Ordenspersonen erzählen von ihrer Tätigkeit und wie diese davon geprägt ist, dass sie sie als Ordenschristen tun. Relevant, präsent und wirksam zu sein, das ist der Anspruch der österreichischen Ordensgemeinschaften. Wie der Franziskaner Br. Stefan Kitzmüller als Seelsorger und Hausleiter des Schalom-Klosters wirkt, erzählt er in diesem Beitrag. 

Br. Stefan Kitzmüller OFMWomit kann ich den Reigen meiner Tätigkeiten bei uns im Shalom-Kloster der Franziskaner in Pupping (O.Ö.) vergleichen? Vielleicht ist das beste Bild dafür ein großflächiger, vielfarbiger, handfester Fleckerlteppich. An einem einzigen Tag kann es sein, dass ich einen Gottesdienst gestalte, Metallgestelle schweiße, ein Trauergespräch führe, die Buchhaltung abschließe, Unkraut jäte, ein Pilgerangebot organisiere, Brot backe, das Beichtsakrament spende, ein Teamgespräch leite und so weiter. Aber vielfältige Aufgabenbereiche haben heute viele. Wie also ist das Ganze davon geprägt, dass ich es als Ordensmann tue? Ich würde sagen, diese Prägung ist, dass ich im Prinzip alles in meinem Leben auf eine „Karte“ gesetzt habe. Entweder es gibt diesen Gott, der uns in Jesus nahekommt und eine unübertrefflich gute Botschaft bringt. Dann hat meine Berufung Sinn, weil sie eine von vielen möglichen Konkretisierungen des Evangeliums ist. Oder Er ist eine Illusion. Dann ist diese Lebensform trotzdem gut, weil ich darin glücklich bin. Aber ob sie dann echten Sinn im tiefsten Sinn des Wortes hätte, möchte ich dahingestellt lassen. Und noch das Wichtigste: Das was Ordensleben vor allem ausmacht, sind nicht Tätigkeiten, sondern ist die regelmäßige Unterbrechung der Tätigkeiten für die Kontemplation. Ohne die Ladestation des Gebets wäre der Akku schnell leer.


Relevant, präsent und wirksam zu sein, das ist der Anspruch der österreichischen Ordensgemeinschaften. In unserem Blog werden Sie in den nächsten Monaten Statements von Ordensfrauen und -männern finden, die davon erzählen wie ihre Berufstätigkeit von ihrem Ordensleben geprägt ist. So wie von Sr. Dominika Zelen SDS. Sie leitete die Wohnungslosenberatungsstelle „Das Stern“. P. Hans Brandl SJ ist Musiklehrer und Schulseelsorger im Kollegium Kalksburg. P. Thomas Vanek OSFS, ehemaliger Provinzial und früherer Novizenmeister der Salesianeroblaten, arbeitet in der Gesprächsseelsorge, für spirituelle Veranstaltungen und Berufungpastoral im Quo vadis? mit. Sr. Christa Huber CJ ist als geistliche Begeleitrin und Kursleiterin im Kardinal-König-Haus tätig.