Auf dem Weg zum Quell des Friedens

Das Erleben der allesdurchdringenden Gegenwart Gottes und die Ahnung eines inneren Friedensquells - zu allen Zeiten zieht dies Menschen auf einen Weg nach innen, in die Stille. Allerdings: wer sich zurückzieht und schweigt, wird nicht unbedingt gleich still. Kein Grund, sich abschrecken zu lassen! 

Stele_Kurt_Zisler_kl.jpgGottesgegenwart

Die gute Nachricht ist: Gott ist immer da. Darauf können wir uns verlassen, ob wir es gerade wahrnehmen, oder nicht. Er wirkt mit Seiner schöpferischen, barmherzigen Kraft - auch in uns. Eine Möglichkeit, diese Gegenwart Gottes immer mehr zu erfahren, ist die Einübung in das Jesus- Gebet. Mit Blick auf Jesus Christus lassen wir uns hineinführen in die göttliche Wirklichkeit, die ganz die Seine ist. Er ist unser Guide. Wir sprechen Ihn bei seinem Namen an und treten so in Kontakt mit Gott. Der Name einer Person steht bereits im Alten Testament für die Person selbst. Die ganze Übung besteht darin, in der Gegenwart Jesu zu verweilen, und ihr die ganze Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Praktisch geht das so: Der Name Jesu wird regelmäßig und kontinuierlich im Rythmus des Atems wiederholt. Wir hören auf den inneren Klang des Namens und nehmen wahr, was uns von der Person Jesu durch diesen Namen entgegenkommt. Die Aufmerksamkeit richten wir dabei in unser Inneres, im Glauben, dass wir dort mit Gott schon immer verbunden sind. Zu uns selbst kommen und zu Gott kommen ist der gleiche Weg.

Ein Wandlungsweg

Das Jesus- Gebet ist ein Gebetsweg, um Stille und Friede zu erfahren - unabhängig von allen äußeren Umständen. Es bringt uns in Kontakt mit unserem heilen inneren Kern, der Quelle tiefer Freude, dem unzerstörbaren Bild Gottes, als das wir geschaffen sind. So ist diese meditative Gebetsweise gleichzeitig ein Wandlungs- und Erlösungsweg. Wenn wir Ruhe geben und uns der rettenden und lebensspendenden Kraft Gottes überlassen, heilt Er nach und nach unsere Verletzungen und Verkrustungen. Er verwandelt, was sich in uns durch fremde und eigene Schuld entstellt hat, so dass wir mehr und mehr in Seinem guten Geist leben können. Wir gehen mit einer neuen Freiheit und Liebe auf die Welt zu.

Während sich solche dunklen Schichten von uns lösen, werden sie nochmals für uns spürbar: körperlich oder emotional. Starke Gefühle oder ungewohnte Schmerzen können den Erlösungsweg begleiten, so dass nicht immer Stille und Frieden das unmittelbare Erleben in einer Gebetszeit sind. Eine solche Unruhe bedeutet keineswegs, auf dem falschen Weg zu sein. Wir dürfen vielmehr vertrauensvoll dieses Heilungswirken zulassen. 

Das Leben an sich heranlassen

Dazu sind zwei Haltungen nötig: Die Ausrichtung und die Bereitschaft zu erleiden was sich zeigt. Was heißt das? Wir bleiben auf  Jesus ausgerichtet, indem wir mit unserer ganzen Aufmerksamkeit Seinem Namen zuwenden. Gleichzeitig dürfen alle Gefühle so da sein, wie sie sind. Wir bewerten nichts von dem, was wir fühlen. Wir versuchen nichts zu ändern oder verdrängen. Wir flüchten nicht in Gedanken noch überlegen wir uns Lösungsstrategien. Das Leben an sich heranzulassen, wie es sich gerade zeigt und gleichzeitig in Gott verankert zu sein - das sind Haltungen, die nicht nur in der Gebetszeit hilfreich sind, aber dort eingeübt werden können. So erfüllt sich immer mehr die Sehnsucht, das unser konkretes Leben vom Geist Gottes durchdrungen wird.

Das Jesus- Gebet entfaltet seine Wirkung, indem es regelmäßig praktiziert wird. Zunächst einmal zu wiederkehrenden Zeiten, dann aber auch im Alltag und schließlich kann es sich so verinnerlichen, dass die Wiederholung des Namens und die Ausrichtung auf die Person Jesu sich fest mit dem Atem verbindet und das Bewusstsein immer begleiten.
Verschiedene geistliche Schulen haben Methoden entwickelt, die helfen, die Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu binden. Sie beschreiben schrittweise Einführungen, um auch denen, die keine Naturtalente im stillen Gebet sind, einen Zugang dazu zu ermöglichen. Jeder Schritt, der uns gegenwärtig sein lässt, ist dabei schon Gebet. Es gibt keine Gegenwart, die nicht Gegenwart Gottes ist.

Erste Wegschritte

Kontemplation in AktionWer einen geistlichen Verwandlungsweg ernsthaft gehen möchte, sollte sich Begleitung suchen. Im Quo vadis? vermitteln wir Ihnen gerne Kurse und Begleiter, die in das Jesus- Gebet einführen. Auch auf folgenden Seiten finden Sie Angebote:
Kontemplation in Aktion
Stille in Wien
Marienheim, Grünau
Haus der Stille in Bad Schönau
Maria Kirchental

Diese Bücher sind dazu geschrieben, schrittweise in das Jesus-Gebet einzuführen:
Franz Jalics: Kontemplative Exerzitien.
Andreas Ebert, Peter Musto: Praxis des Herzensgebets.

Zum Geschmackfinden laden wir Sie ein, dieses Bilderbuch in unserem Blog anzusehen.

Veronica Ilse