Schwester Annemarie - eine Glaubenszeugin

„Der hat was ausgestrahlt, wo ich das Gefühl hatte: Da komm‘ ich an. Da kann ich zuhause sein.“, das sagt Schwester Annemarie Holzer (*1946) über ihren früheren geistlichen Begleiter. „Auch bei meinem jetzigen Begleiter, da geht es mir ähnlich: Da kann ich zuhause sein.“

Die beiden fallen ihr als erstes ein, wenn sie über Zeugen des Glaubens nachdenkt. Zeugen des Glaubens sind für die Franziskanerin alle Menschen, die innerlich gefestigt sind. „Wenn ich ein Bild dafür verwenden darf, dann würde ich sagen: Menschen, die wie ein Baum sind, der fest verwurzelt ist, der nicht so schnell umgeschmissen wird.“, sagt sie und wählt jedes Wort mit Bedacht. Ihre ruhige und bedachte Art wird an einem ihrer Wirkorte sehr geschätzt: Sie ist Mitarbeiterin im Quo vadis? am Stephansplatz. Das Begegnungszentrum der Ordensgemeinschaften Österreichs ist offen für alle Menschen in der Stadt. Jeder kann auf ein Gespräch, eine Tasse Kaffee oder für Informationen hinkommen. „Durch mein Ordensleben mache ich den Glauben bemerkbar in meiner Umwelt. Im Quo vadis? wird es besonders von mir gefordert selbst Zeugin des Glaubens zu sein.“, so Schwester Annemarie. Zweimal in der Woche arbeitet sie als Gastgeberin und Gesprächspartnerin mit.

Das Gebet macht offen
"Am Wochenanfang bete ich mit meinem Kollegen kurz. Das ist für mich ein Schritt,“, sagt sie und macht auch einen kleinen Schritt nach vorne, „das ist ein Schritt in die Offenheit hinein. Selbst Menschen, die mir nicht so liegen, kann ich dann besser begegnen.“ Das ist für Sie Ausdruck ihrer Zeugenschaft: offen sein für die Menschen. „Menschen, die ich begleite, Menschen, die zur Meditation kommen, meine Mitschwestern: das sind lauter Menschen, die spüren, dass ich Zeugin des Glaubens bin. Manchmal sind es auch Menschen auf der Straße bei denen ich das Gefühl hab‘, dass jemand durch mein Sein anfangen kann zu sprechen.“ Dabei will Schwester Annemarie es nicht betont wissen, dass sie selbst für andere zum Vorbild wird. Es ist Ausdruck ihrer Zurückhaltung und ihrer Freude am Dasein für andere. Als Ordensfrau lebt die 74jährige schon seit 1960 in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen der schmerzhaften Mutter. Seit acht Jahren ist sie Mitarbeiterin im Begegnungszentrum Quo vadis? im ersten Bezirk.

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Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Zeitschrift "Kirche(n) im Zentrum" der Ordensgemeinschaften in der Wiener City. Die Zeitschrift ist bei uns kostenlos erhältlich. 

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